Exil als Initiation

„…Das Exil neu verstehen als notwendige Initiation in die Authentizität.“

-Toko-pa Turner

Abstract desert treasures suggesting memory and discovery

Dieser eine Satz auf der Rückseite des Buchs „Belonging: Remembering ourselves home“ von Toko-pa Turner trifft in mein Innerstes wie ein heller Lichtstrahl. Für einen Moment läuft die Geschichte meines Lebens wie im Zeitraffer – und zugleich öffnet sich eine neue Bedeutung.

Was sich lange wie Mangel anfühlte, zeigt sich heute als Schulung: eine andere Art von Zugehörigkeit zu lernen.

Es ist die Geschichte einer Landschaft, die nicht mitten in Familie, Dorf oder Gesellschaft stand, sondern draußen: Als Exilraum, als Wüste in mir selbst. Außerhalb des Getragenen, außerhalb dessen, worin wir als soziale Wesen normalerweise Halt finden – in Bindung, in Beziehung zu uns selbst und der Welt.

Die Wüste als symbolische Abwesenheit von Zugehörigkeit, als Abgeschnittensein von Liebe und Anerkennung (der anderen wie der eigenen)- erkenne ich plötzlich als Schwelle, als Zwischenwelt, in der Erfahrungen möglich wurden, die anderen nicht zugänglich waren, oder die sie nicht betreten mssten. Dieser Raum zeigt sich mir nun als wahre Schatzkiste: voll inneren Reichtums.

Als einsam heulende Wölfin – so habe ich mich lange genannt – bin ich abseits des Rudels gelaufen. Ich habe innere Wüsten durchquert, bin in so manchen Treibsand geraten, habe meine Ängste und Abgründe kennengelernt und immer wieder neuen Mut gefasst auf der Suche nach der Oase. Diese Suche hat mich an diese Schwelle gebracht. Sie ist Grund und Motivation dieses Blogs.

Die gefundenen Schätze, die gemeisterten und auch die gescheiterten Lektionen, wollen geteilt werden. Das Schreiben selbst ist der Akt der Rückkehr der Wölfin ins Pack.